Die Ostpreußische Landesvertretung
Von Dieter Neukamm

In der Präambel zur Satzung der Landsmannschaft Ostpreußen (LO) ist die LO als „Dachorganisation der heimatvertriebenen Ostpreußen, deren Nachkommen und aller, die sich Ostpreußen und seiner Geschichte besonders verbunden fühlen" definiert.

Die beiden Organe der LO sind die Ostpreußische Landesvertretung (OLV) als Mitgliederversammlung und der Bundesvorstand. Im folgenden sollen das Wesen und die Tätigkeit der OLV beleuchtet werden.

Nach Artikel VI, 2.1 der Satzung der LO ist die OLV das oberste Beschluß- und Aufsichtsorgan der Landsmannschaft. Sie befindet über die Richtlinien für die Arbeit der LO, nimmt wie in jedem anderen Verein den Jahresbericht und die Jahresabrechnung des Vorstands sowie den Bericht des Prüfungsausschusses entgegen und beschließt darüber sowie auch über den vom Vorstand vorzulegenden Haushaltsplan für das kommende Geschäftsjahr. Die OLV tagt in der Regel einmal im Jahr, und zwar am ersten Novemberwochenende. Sie setzt sich zusammen aus Vertretern der korporativen Mitglieder, aus Einzelpersonen und aus den Mitgliedern des Bundesvorstandes der LO. Korporative Mitglieder sind alle 36 Heimatkreis- und Stadtgemeinschaften und die 16 Landesgruppen. Jede Kreisgemeinschaft bzw. Stadtgemeinschaft hat eine Stimme mit Ausnahme von Königsberg-Stadt und der Arbeitsgemeinschaft der Memellandkreise, die jeweils zwei Stimmen haben. Auch die Landesgruppen sind im Allgemeinen mit je einer Stimme vertreten; Ausnahmen hier: Schleswig-Holstein eine, Niedersachsen zwei und Nordrhein-Westfalen vier Stimmen. Als Einzelmitglieder können durch Beschluss der OLV höchstens zwei Personen aufgenommen werden.

Die vorige Sitzung der OLV fand am 01. und 02.11.2014 im Ostheim in Bad Pyrmont statt. Wahlen und grundlegende Leitlinien waren im Jahr zuvor durchgeführt bzw. verabschiedet worden, so dass bei der letztjährigen Versammlung überwiegend Routineangelegenheiten auf der Tagesordnung standen. Nach den Berichten des Sprechers und der Mandatsträger des Bundesvorstandes, nach entsprechenden Entlastungen des Prüfungsausschusses und des Bundesvorstands, nach dem erfolgten Beschluss über den Haushaltsplan 2015 stand der Antrag des Vorstands zur Stillegung des Ostheims in Bad Pyr-mont mit Ablauf des 31.12.2015 zur Abstimmung. Der Sprecher erläuterte die Notwendigkeit der Maßnahme und führte als Grund die defizitäre wirtschaftliche Betriebsführung des Hauses an, verursacht durch mangelnde Auslastung sowie unbedingt erforderliche Renovierungsmaßnahmen angesichts des baulichen und brandschutztechnischen Zustands der Immobilie. 2008 habe die OLV beschlossen, die Bundesgeschäftsstelle nicht nach Bad Pyrmont zu verlegen, und eine andere Nutzung des Gebäudes sei nicht vorstellbar. Schweren Herzens stimmten die Delegierten dem Antrag des Vorstands

Nach der Abarbeitung einiger weniger Anträge aus den Reihen der Kreisvertreter stellten die Direktoren des Ostpreußischen Landsmuseums in Lüneburg, Dr. Joachim Mähnert, und des Kulturzentrums Ostpreußen im Deutschordensschloss Ellingen, Wolfgang Freyberg, Aufbau und Arbeitsweise ihrer Einrichtungen vor. Aufmerksam verfolgten die Tagungsteilnehmer die Hinweise der Referenten bezüglich möglicher Auflösungen von Heimatstuben. Sie boten die Hilfe ihrer Häuser an, wichtige und unersetzliche Archivalien und dingliche Zeugnisse aus der Heimat dauerhaft für Öffentlichkeit und Forschung zu bewahren. „Unser Auftrag ist Ostpreußen." Diesen Satz aus dem Bericht des Sprechers könnte man als Motto über die gesamte Arbeit der OLV setzen.

Gemeinsam sang man abschließend das Ostpreußenlied und verabschiedete sich voneinander bis zur nächsten Sitzung Anfang November dieses Jahres, dann zum letzten Mal im Ostheim in Bad Pyrmont.

Autor : © 2015 Dieter Neukamm
Quelle: Heimatrundbrief "Land an der Memel" mit "Tilsiter Rundbrief" Nr. 96/2015 Seite 44

Vorwort


© Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V.
verfaßt am 29.05.2015
www.tilsit-ragnit.de
letzte Änderung dieser Seite : Samstag, 30. Mai 2015